Gremien zur Politisierung von Sport braucht niemand

Im Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport wurde das Thema Gründung einer „Sportkommission“ bereits ausgiebig diskutiert.

Vertreter vom Stadtsportverband und dem Kreissportbund erklärten, dass es – von Witten abgesehen – keine Sportkommissionen im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt und der Bedarf auch nicht gesehen wird. Zudem waren die Herdecker Sportvereine angeschrieben worden und um ihre Meinung zur Notwendigkeit einer „Sportkommission“ befragt worden. Die Antworten waren stark mehrheitlich ablehnend. Ein Votum wie es eindeutiger nicht sein könnte.

Der Antrag von SPD, Grünen und FDP wurde dennoch mehrheitlich, trotz der Gegenstimmen der AfD-Fraktion Herdecke, angenommen.

In der kommenden Ratssitzung möchte die CDU nun die Reaktivierung des „Runden Tisches Sport“ beschließen. Zudem haben die ursprünglichen Antragsteller die Durchführung einer „Sportkonferenz“ beantragt, für die 1.000 Euro aus dem Haushalt bereitgestellt werden sollen.

Der Vorsitzende der AfD-Fraktion Herdecke, Oliver Haarmann, kommentiert diese Vorgänge wie folgt:

„Die Situation ist eigentlich eindeutig. Der Sport ist in Herdecke gut aufgestellt. Es gibt eine intakte Vernetzung und einen regelmäßigen Austausch zwischen den Sportvereinen mit dem Stadtsportverband sowie dem Kreissportbund. Im Bedarfsfall bestehen sehr gute Kontakte zur Stadtverwaltung, die die Sportvereine gut und gerne unterstützt.

Die Sportvereine wollen und brauchen weder eine ‚Sportkommission‘ noch einen ‚Runden Tisch Sport‘. Sie sind gut aufgestellt und wollen Sport treiben, was wir ausdrücklich begrüßen.

Als langjähriger Basketballspieler, Trainer und Funktionär denke ich gerne an meine aktive Zeit zurück. Wir organisierten uns selbst, trainierten und spielten, planten Turniere, fuhren zu Auswärtsspielen und hatten eine schöne Zeit. Nach dem Training oder Spiel wurde auch über Politik gesprochen, aber niemand wäre nur ansatzweise auf die Idee gekommen, dass es ein Gremium für die Sportvereine in Herdecke braucht.

Die AfD-Fraktion sieht ein solches Gremium – egal mit welchem Namen – als komplett überflüssig an. Wir sehen darin einen Versuch der Politik, sich in die Sportvereine zu drängen. Eine solche Politisierung des Sports braucht niemand.

Für uns gilt: Sport ist Sport. Und Politik ist Politik.

Mit dem Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport haben wir bereits ein Gremium, welches im Bedarfsfall Dinge des Sports klären kann, die über das hinaus gehen, was nicht über die intakte und handlungsfähige Sportinfrastruktur in Herdecke und im Ennepe-Ruhr-Kreis funktioniert.

Von daher sagen wir nein zu einer ‚Sportkommission‘, zu einem ‚Runden Tisch des Sports‘ und vor allem zu einer Verschwendung von 1.000 Euro Steuergeld zur Durchführung einer ‚Sportkonferenz‘.“